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Wandelanleihen-Bericht 12. Januar 2010 (12. 01. 2010)


Energie

 

Die klirrende Kälte der vergangenen Wochen hat dem Rohölpreis zu Kursgewinnen verholfen: Mitte Dezember wurde das Fass für 70 $ gehandelt, mittlerweile hat es sich auf mehr als 80 $ verteuert. Nutzniesser davon waren Aktien entlang der Wertschöpfungskette der Ölindustrie und Öl-Wandelanleihen. Alternative Energietitel sind indes nach wie vor moderat bewertet - trotz Erholungstendenzen. Dazu zählen etwa Q-Cells. Je höher aber der Rohölpreis steigt, desto interessanter dürften Engagements werden.

Q-Cells erholten sich zwar vom Dezembertief von 10 Euro auf derzeit 12 Euro. Das ist aber weiterhin fünfzig Prozent unter dem Kurs, der noch zu Beginn 2009 bezahlt werden musste. Das Unternehmen ist auf diesem Niveau mit 1,5 Mrd. Euro kapitalisiert. Zwei Wandelanleihen sind ausstehend: Eine weist einen Coupon von 1,375% auf, hat eine Laufzeit bis 2012 und notiert 67%. Auf diesem Niveau zahlt der Investor eine Prämie von 240% mit einer Rendite per Verfall von 25%. Das Profil ist sehr defensiv und nicht auf Aktienpartizipation aus.

 

Die andere ist deutlich aggressiver aufgestellt. Sie hat einen Coupon von 5,75% und die Laufzeit endet 2014. Beim einem Preis von 75% ist die Rendite mit 13,5% deutlich geringer als im Fall der Erstgenannten. Dafür ist die Prämie mit 40% attraktiver. Für Renditejäger ist die Wandelanleihe mit der kürzeren Laufzeit - vorausgesetzt das Unternehmen wird nicht insolvent - eine interessante Anlage. Die Anleihen haben beide kein Kreditrating und sind ganz klar im spekulativen Bereich anzusiedeln.

 

Vor dem Hintergrund der steigenden Energiepreise war es nicht verwunderlich, dass sich die kanadische PetroBakken Energy über den Wandelanleihenmarkt refinanzierte. Die Gesellschaft produziert 37 000 Fass Rohöl pro Tag und besitzt 127 Mio. Fass Reserven. Die Börsenkapitalisierung beträgt 5,7 Mrd. kan. $. Der Wandler mit einem Coupon von 3,125% und einer Laufzeit bis 2016 im Umfang von 750 Mio. $ wurde problemlos am Markt plaziert. Die ersten Kurse lagen bereits deutlich über Pari, der Trend setzte sich fort, aktuelle sind es 107,5%. Hier zahlt der Anleger eine Prämie von 32% zum direkten Aktienbezug.

 

Am Montag kündigte die schwedischen Beteiligungsgesellschaft Industrivarden an, eine Wandelanleihe zu begeben: Der Coupon wird zwischen 2,5 und 3% liegen, die Prämie 35 bis 37,5% betragen. Es sollen 450 Mio. Euro plaziert werden, die Mehrzuteilungsquote beträgt 50 Mio. Euro. Was Investoren hier reizen dürfte, ist das gute Kreditrating. Standard & Poor's vergibt die Bewertung A. Nicht zuletzt deshalb betrugen die ersten Graumarktpreise rund 103%.

 

Jefferies (Schweiz) AG

 

Marko Alurovic

 
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